Beratungsstelle für alkoholgeschädigte Kinder
      Definition  |  Diagnostische Kriterien  |  Epidemiologie  |  Nosologie und Verlauf Ätiologie  |  Intervention

Aktuell:

Am 12. September 2009 findet in der Berliner Charité das
1. Internationale Symposium zu Fetalen Alkoholspektrum-Störungen
(FASD) statt.
Weitere Infos und Anmeldung hier.

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Überblicksartikel im Deutschen Ärzteblatt

Verehrte Kolleginnen, liebe Kollegen,

auch mehr als 30 Jahre nach der Erstbeschreibung des Fetalen Alkohol Syndroms (FAS) im „Lancet“ 1973
durch Jones und Mitarbeiter in Seattle /USA ist das Syndrom heute noch immer wenig bekannt und wird selten diagnostiziert. Noch weniger gilt dies für die Unterformen, für die sich die Bezeichnung Fetale Alkoholspektrum-
Störungen (FASD) durchgesetzt hat.

Was sind die Gründe dafür?

    1. FASD hat eine Inzidenz von etwa 4-6 / 1000 Neugeborene, wobei auch die betroffenen „full blown“-FAS
       (1-2/1000 Neugeborene) selten bei Geburt oder kurz danach diagnostiziert werden .
    2. Es gibt kein pathognomonisches „diagnostisches Hinweiszeichen“ für FASD.
    3. Es gibt heute einen Anstieg von „polydrug-addicted“ Frauen während der Schwangerschaft.
    4. Komorbiditäten (ADHS, kindlicher Missbrauch, Wachstumsstörungen und Verhaltensstörungen)
        können die ätiologische Diagnose maskieren.
    5. Fetale Alkohol-Effekte (FAE), Alkoholbedingte Neurologische Entwicklungsstörungen
       (Alcohol Related Neurodevelopmental Disorders, ARND) oder Erwachsenen-FASD sind
        „Insider“-Diagnosen, die der medizinischen Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind.
    6. Alkohol in der Schwangerschaft ist auch heute noch ein Tabu-Thema.

Unsere FASD-Beratungsstelle gibt betroffenen Patienten und ihren Betreuern diagnostische Hilfestellung
und Beratung. Wir möchten auch ärztlichen Kolleginnen und Kollegen bei diagnostischen Schwierigkeiten
kompetente Ansprechpartner sein und Sie auf den folgenden Seiten fundiert über FASD informieren.

Mit freundlichem Gruß

Prof. Dr. H.L. Spohr